Was bei vielen als Hobby beginnt, kann sich oft zu einem lukrativen Unternehmen entwickeln. Die Herstellung von Schmuck bietet viel Potenzial und ein lohnendes Geschäft mit geringen Investitionen für kreative Köpfe (und Hände). Dabei sind nicht immer handwerkliche Fähigkeiten erforderlich, was Schmuck zu einem der beliebtesten Dinge macht, die man online herstellen und verkaufen kann. Vielleicht hast du auch ohne handwerkliches Talent eine tolle Online-Geschäftsidee und ein bestehendes Publikum und suchst nach einer kreativen Möglichkeit, Geld zu verdienen.
Unabhängig von deiner Motivation oder deinem handwerklichen Geschick musst du eine Reihe von Überlegungen anstellen, um mit Schmuck ein Business aufzubauen. Wenn du Schmuck herstellen lassen und online verkaufen willst, bist du hier genau richtig. Wir zeigen dir, wie du den Grundstein für dein Schmuck-Business legst!
So kannst du ein Schmuck-Business aufbauen:
- Zielgruppe und Schmucknische wählen
- Markt, Trends und Wettbewerber:innen analysieren
- Materialien, Produktionsart und Lieferant:innen festlegen
- Marke, Name, Logo und Positionierung entwickeln
- Preise, Marge und Startkosten kalkulieren
- Rechtliche Grundlagen klären
- Produktfotos und Produktseiten erstellen
- Onlineshop oder Marktplatz einrichten
- Marketing über SEO, Social Media, Influencer und E-Mail starten
- Verkäufe auswerten und Sortiment optimieren
Der Weg zum eigenen Schmuck-Unternehmen: Erste Schritte
Aller Anfang ist schwer. Damit du nicht von Null starten musst, haben wir für dich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aufbau deines Schmuck-Business aufgestellt.
1. Wähle deine Schmuckart aus
Eine der ersten Fragen, die man sich stellen sollte: Echtschmuck oder Modeschmuck? Vielleicht liegt dein Interesse auch irgendwo dazwischen. Jede Kategorie hat ihre eigenen Materialien, Produktionsverfahren, Preispunkte und Kundenprofile:
💍 Echtschmuck
- Hergestellt aus Edel- und Halbedelmetallen und Edelsteinen
- Höherer Preis
- Gefertigt mit ausgezeichneter Handwerkskunst, normalerweise keine Massenproduktion
- Kundensegment: Luxus/Hochzeiten/besondere Anlässe
📿 Modeschmuck
- Normalerweise trendy
- Hergestellt aus preiswerten oder weniger teuren Metallen und Materialien (Perlen, Draht, plattiertes Metall, Kunststoff, synthetische Edelsteine usw.)
- Niedrigerer Preis
- Kann in Massenproduktion hergestellt werden
- Kundensegment: Alltag, Arbeit und Freizeit
👑 Sonstiges
- Diese Kategorie deckt alles andere ab, von Schmuck aus Materialien der Mittelklasse (Textilien, Metalle, Halbedelsteine, Holz, 3D-Druck usw.) bis hin zu Schmuck, der als Kunst (Sammlerstücke, Sonderanfertigungen, Unikate) oder hochqualifizierte Handwerkskunst definiert wird.
- Schwerpunkt auf Design und Einzigartigkeit
- Der Preis variiert, normalerweise im mittleren Bereich
- Kundensegment: spezifische Anlässe, Design-Enthusiast:innen, Sammler:innen, Geschenke
In diesem Beitrag findest du 21 Inspirationen für dein Online-Shop-Design.
Sobald du die Kategorie für dein Schmuckgeschäft eingegrenzt hast, ist es an der Zeit, eine Nische für deine Produkte zu finden. Beginne damit, deine ideale Kundschaft zu definieren (klassisch, trendig, Bräute, sozialbewusste Verbraucher:innen etc.) und entscheide, ob deine Produkte anlassbezogen sein sollen (Hochzeit, Party, Alltag etc.). Dies wird letztendlich deine Marketingstrategie bestimmen.
2. Suche nach Schmucktrends
Die Recherche von Trends ist eine Möglichkeit, die von dir gewählte Richtung zu bestimmen (und zu validieren). Lies Mode- und Schmuck-Blogs und entsprechende Publikationen und folge Influencern in diesem Bereich, um über die Trends der jeweils kommenden Saison auf dem Laufenden zu bleiben. Als Teil deiner Marktforschung kannst du bei Google Trends das Suchvolumen für einen bestimmten Begriff einsehen (global oder speziell für das Land, in dem du verkaufen möchtest).
Alternativ könntest du dich mit verwandten Trendprodukten oder Verbrauchergewohnheiten befassen, z. B. mit dem Wunsch nach individualisierten Produkten (Gravur usw.) oder der Fertigung mit ethisch unbedenklichen Materialien.
Du musst aber nicht immer nur Trends folgen. Du könntest dein Schmuck-Business auch nutzen, um deinen ganz eigenen Trend zu etablieren. Genau das hat die Biko-Gründerin und Designerin Corrine Anestopoulos getan und ihre Kollektion auf Basis ihres ganz persönlichen Stils auf den Markt gebracht. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich durch Zufall einen Markt für etwas Neues gefunden habe, ohne es wirklich geplant zu haben“, sagt sie. „Es war ganz einfach mein Geschmack.“
Als sie startete, arbeitete Corinne mit einem messingfarbenen Finish. „Das hat sonst niemand gemacht“, sagt sie und merkt an, dass glänzendes Silber damals der Trend war. Obwohl sich ihre Kollektionen jedes Jahr mit den Trends in der Branche weiterentwickeln, ist der rote Faden ein wiedererkennbarer Look, der ihre Marke definiert und für Folgeaufträge sorgt.
3. Hole dir Inspiration für Schmuckdesigns
Der Erfolg als Neuling in jeder Nische der Modebranche hängt von einer starken Ästhetik, einem einzigartigen Design und einem einheitlichen Branding ab. Bevor du mit einem Designer bzw. einer Designerin zusammenarbeitest, um erste Stücke und dein Branding zu entwickeln, solltest du deinen individuellen charakteristischen Stil definieren.
Je nachdem, wie du dich gerne inspirieren lässt, kannst du Pinterest-Boards anlegen, deine eigenen digitalen Moodboards entwerfen, eine mobile Schmuckdesign-App verwenden oder deine Ideen physisch auf einer Pinnwand oder in einem Skizzenbuch sammeln.
Ich suche immer nach Inspiration und sammle inspirierende Bilder, egal wo ich bin.
Corinne Anestopoulos, Biko
Sammle Bilder, Farben und Texturen aus der Natur, der Architektur, der Mode oder von Reisen, und identifiziere dann die Themen, die sich daraus ergeben. „Man sollte nie aufhören, sich inspirieren zu lassen. Ich suche immer nach Inspiration und sammle inspirierende Bilder, egal wo ich bin“, sagt Corinne.
4. Baue deine eigene Schmuckmarke auf
Denke daran, dass das Konzept der „Marke“ sich von „Branding“ unterscheidet. Die Marke ist deine Stimme, Mission, Vision und deine Markengeschichte. Sie vermittelt deinen Kund:innen, was sie von deinen Produkten halten sollen. Modekäufe sind oft emotional. Dementsprechend können aufstrebende Marken Kundschaft gewinnen, indem sie sich auf einer persönlichen Ebene verbinden. Erzähle deine Geschichte auf deiner „Über uns“-Seite, bringe dich in deine Beiträge in den sozialen Medien ein und teile den Prozess und die Inspiration hinter deinen Designs.
5. Lege das Branding für deine Schmuckmarke fest
Branding bezieht sich auf die eher taktischen Elemente, die deine Marke visuell repräsentieren, so z. B. dein Logo, deine Verpackung und deine Website. Sobald du die Ästhetik deiner Produkte und dein Kundenprofil festgelegt hast, sollte es einfacher sein, einen Gesamtlook zu finden, der deine Marke definiert. Dies ist ein wesentlicher Schritt, selbst für ein kleines Unternehmen. Deshalb solltest du nichts überstürzen.
Hast du ein eher begrenztes Budget, kannst du einen einfachen Shopify-Store mit einem kostenlosen Theme einrichten und das Logo mit einem kostenlosen Online-Logo-Maker selbst entwickeln. Falls du etwas Inspiration für einen passenden Domain-Namen suchst, haben wir auch dafür ein passendes Tool. Denke daran, dass du trotzdem einen Teil deines Budgets für professionelle Produktfotos reservieren solltest. Auf die Bedeutung guter Fotografie für deine Schmucklinie werden wir etwas später genauer eingehen.
Hast du ein etwas größeres Budget, solltest du mit einem Designer bzw. einer Designerin zusammenarbeiten, welche deine Vision in ein komplettes Branding-Paket für dein Unternehmen umsetzen – vom Logo über die Website bis hin zu Verpackungen und Marketingmaterialien. Schau dir die Portfolios von Shopify-Design-Expert:innen an, um Designer:innen zu finden, deren Arbeit deinen Geschmack trifft.
6. Schreibe einen Businessplan für deine Schmuckmarke
Sofern du deine Idee nicht potenziellen Investor:innen vorstellen möchtest oder andere Formen der Fremdfinanzierung suchst, ist ein formeller Businessplan möglicherweise nicht notwendig. Es kann jedoch eine gute Übung sein, um deine Zielkundschaft, deine Ziele, dein Geschäftsmodell, deine Kosten und deinen Wachstumsplan besser zu verstehen.
Wenn du all diese Schritte durchlaufen hast, geht es jetzt endlich an die Umsetzung! Wir haben für dich alle wichtigen Informationen von der Produktion deines Schmucks über die Inszenierung bis hin zur Vermarktung deiner Kunstwerke zusammengefasst. Damit steht deinem erfolgreichen Schmuck-Business nichts mehr im Weg!
7. Beachte rechtliche Bedingungen
Bevor du deinen Schmuck online verkaufst, solltest du dich mit den rechtlichen Grundlagen vertraut machen. Dazu gehören je nach Geschäftsmodell eine Gewerbeanmeldung, ein vollständiges Impressum, eine Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung sowie transparente Angaben zu Preisen, Versand und Retouren.
Auch Produktsicherheit und korrekte Materialangaben sind beim Verkauf von Schmuck wichtig, insbesondere bei Edelmetallen oder hautnah getragenen Produkten. Wenn du verpackte Ware an Kund:innen in Deutschland versendest, musst du außerdem die Vorgaben des Verpackungsgesetzes beachten, etwa die Registrierung im Verpackungsregister LUCID. Da die Anforderungen je nach Produkt, Verkaufskanal und Zielmarkt variieren können, lohnt es sich, vor dem Launch rechtlichen Rat einzuholen.
Produktion: Wie man eigenen Schmuck herstellt
Was brauchst du, um deinen eigenen Schmuck herzustellen? Wie du deine Produkte entwickeln wirst (von Hand oder in einer Produktionsanlage, zu Hause oder extern), hängt von der Komplexität des Designs, dem Preis, den Materialien und den erforderlichen Fähigkeiten ab. Es gibt einige Möglichkeiten, dem gesättigten Markt deinen Stempel aufzudrücken. In diesem Abschnitt werden wir besprechen, wie du Schmuck auf vier verschiedene Arten herstellen kannst:
- Handgefertigte Schmuckproduktion: Feinschmuck
- Handgefertigte Schmuckproduktion: Mode- und Kostümschmuck
- Schmuckproduktion: ausgelagerte Fertigung
- Schmuckproduktion: Print-on-Demand
1. Handgefertigte Schmuckproduktion: Feinschmuck
Die Herstellung von feinem und einzigartigem Schmuck kann eine der aufwändigsten, aber auch persönlichsten und vielseitigsten Herstellungsmethoden sein. Je nach Material und Design erfordern einige Methoden dieser Art der Schmuckherstellung eine spezielle Ausbildung/Zertifizierung und teure Ausrüstung. Diese Methoden umfassen:
- Löten
- Silber-/Goldschmiedekunst
- Gießen
- 3D-Drucken
- Laserschnitt
- Lederverarbeitung
- Weberei
- Edelsteinfassung
Wenn du dir nicht sicher bist, welcher Weg der richtige für dich ist, solltest du mit kostenlosen Online-Tutorials beginnen. Sobald du weißt, welchen Bereich du studieren möchtest, kannst du in bezahlte Kurse investieren oder bei erfahrenen Kunsthandwerker:innen in die Lehre gehen, um deine Fähigkeiten zu erweitern.
2. Handgefertigte Schmuckproduktion: Mode- und Kostümschmuck
Handgefertigter Modeschmuck besteht oft aus bereits vorhandenen Elementen (Ketten, Draht, Perlen, gegossene Anhänger usw.) und erfordert keine spezielle Ausbildung oder Ausrüstung, die über einfache Handwerkzeuge hinausgeht.
Diese Art von Geschäft ist leichter zu skalieren, da du Elemente in großen Mengen kaufen und Vorlagen für die Fertigung durch angestellte Mitarbeitende erstellen kannst.
Wenn Design und Produktion die Elemente deines Unternehmens sind, die dir Freude bereiten, könntest du andere Aufgaben auslagern oder Mitarbeitende einstellen, um deine kreative Arbeit zu skalieren.
3. Schmuckproduktion: Ausgelagerte Fertigung
Anstatt den Schmuck mit deinen eigenen Händen zu fertigen, könntest du deine Designs auch von jemand anderem herstellen lassen. Dies ist nicht ideal für feinen, individuellen Schmuck, kann aber für Modeschmuck, der in größeren Mengen produziert wird, eine kostengünstige Alternative sein. Für das Outsourcing gibt es zwei Hauptoptionen:
Lokale Fertigung
➕ Vorteile
- Lokaler Bezug
- Möglicherweise schnellerer/zuverlässigerer Versand
- Leichtere Überprüfung der Reputation und Aufbau von Beziehungen
- Mehr Gelegenheit zur Kontrolle (Werksbesuche)
➖ Nachteile
- Höhere Kosten
- Weniger Auswahl (weniger Hersteller, begrenzte Materialien)
- Mögliche Begrenzung des Produktionsvolumens
Fertigung in Übersee
➕ Vorteile
- Niedrigere Kosten
- Oft mehr Optionen in Bezug auf Materialien und Verfahren
- Skalierbarkeit auf größere Volumina
➖ Nachteile
- Kommunikationsbarrieren (Kultur, Sprache, Zeitzonen)
- Weniger Aufsicht und Kontrolle
- Die Mindestanforderungen können hoch sein
- Unterschiedliche Standards in puncto Fertigung und Ethik
Lesetipp: In unserem Leitfaden dreht sich alles rund ums Thema Schmuck-Dropshipping.
Bei der Auslagerung an externe Hersteller:innen sind meist genaue Skizzen oder 3D-Renderings notwendig. Es gibt mehrere Möglichkeiten, je nach Kenntnisstand und Budget:
- Manuelle Designwerkzeuge: Bleistifte, Skizzenpapier, Schmuckdesignvorlagen (€)
- Allgemeine 2D- oder 3D-Designsoftware: Photoshop, Illustrator, Sketchup (€€)
- Schmuckspezifische Design-Software (am besten für Feinschmuck): RhinoGold, MatrixGold, (€€€)
4. Schmuckherstellung: Print-on-Demand:
Die praktischste Produktionsmethode ist das Hochladen deiner Designs in eine Print-on-Demand-App. Deine Originaldesigns werden in 3D gedruckt oder in Edelstahl, Holz, Kunststoff, Gold oder Silber nachgebildet und direkt an deine Kund:innen versendet.
Einrichten deines Studios oder Arbeitsbereichs
Wenn du eigenen Schmuck herstellen und verkaufen möchtest, benötigst du einen Werkstattbereich für dich und dein Team. Beim Einrichten dieses Bereichs solltest du Folgendes beachten:
- Berücksichtige den Fluss des Raums, insbesondere wenn die Fertigung mehrere Schritte umfasst. Idealerweise bewegst du dich in einer logischen Reihenfolge von einer Station zur nächsten.
- Einige Chemikalien oder Werkzeuge, die bei der Schmuckherstellung verwendet werden, erfordern eine angemessene Belüftung und Sicherheitsvorkehrungen. Informiere dich über die geltenden Gesetze zur Verwendung dieser Stoffe und Verfahren.
- Eine gut organisierte Lagerung mit verschiedenen Fächern ist für Kleinteile unerlässlich.
„Eine Juwelierbank, ein schnelldrehendes Multifunktionswerkzeug und die Sicherheit sind die wichtigsten Überlegungen“, sagt Gillian, Gründerin der kanadischen Schmuckmarke Hawkly. „Das Multifunktionswerkzeug ist ein tolles und vielseitiges Werkzeug, das man zum Bohren, Schleifen und Polieren seiner Werkstücke verwenden kann.“ Sie rät auch dazu, eine Gesichtsmaske und eine Schutzbrille zu tragen. Wer lange Haare hat, sollte sie nach hinten ziehen, damit sie sich nicht verfangen.
Wenn dein Produktionsteam größer ist oder deine Anforderungen etwas komplexer sind (wie bei Metall- oder Silberschmiedewerkstätten), solltest du gewerbliche Räume außerhalb deiner Wohnung in Betracht ziehen. Sollte dies dein Budget zum Start übersteigen, kannst du dich nach einem gemeinsam genutzten Studio umschauen oder die Kosten für Raum und Ausrüstung mit anderen Kreativen teilen.
Die gemeinsame Nutzung von Räumen hilft auch gegen die Einsamkeit von Entrepreneur:innen. Etwas, das Corrine selbst sehr gut kennt. „Nachdem ich eine Zeit lang meine Marke in Vollzeit aufgebaut hatte, habe ich schließlich einmal pro Woche in einem Bekleidungsgeschäft gearbeitet, um nicht immer alleine zu Hause in meinem Studio zu sitzen.“
Lesetipp: Viele traditionelle Handwerksunternehmen verkaufen mittlerweile auf Shopify, darunter auch Goldschmiede. Hier stellen wir dir einige vor.
Schmuckausrüstung und Werkzeuge
Es gibt verschiedene Online-Ressourcen für den Bezug von Werkzeugen und Zubehör für die Schmuckherstellung, einschließlich kostbarer Edelsteine und Rohmetalle.
Wenn es um ihre Großhandelslieferant:innen geht, verlässt sich Gillian stark auf Mundpropaganda. „Scheue dich nicht, andere Designer:innen zu fragen, wo sie ihr Material finden“, sagt sie.
Außerdem besucht sie Messen und Branchenveranstaltungen, um ihr Netzwerk weiter auszubauen und neue Materialien zu entdecken. „Mein Lieblingsort, um die neuesten Edelsteine und Silberbestandteile zu finden, ist die Tucson Gem and Jewelry Show“, sagt Gillian. „Hier stellen Tausende von Anbieter:innen aus der ganzen Welt aus.“
Fotografie für Schmuckmarken
Wir haben es schon oft betont: Die Produktfotografie kann über den Erfolg oder Misserfolg deines Webshops entscheiden. In vielen Fällen kannst du mit einem sehr einfachen Beleuchtungssetup tolle DIY-Fotos deiner Produkte erzielen. Schmuck kann jedoch aufgrund der winzigen Details und der reflektierenden Oberflächen eine etwas größere Herausforderung darstellen.
Ein professioneller Fotograf bzw. eine professionelle Fotografin ist darin geübt, mit Models umzugehen und eine komplizierte Beleuchtung einzurichten.
Das Buchen von Models muss nicht das Budget sprengen. „Es gibt immer Leute, die ihr Portfolio aufbauen möchten oder bereit sind, im Austausch für das Produkt zu arbeiten“, sagt Corrine. „Es geht nicht darum, die Leute auszunutzen. Wenn man eine Gruppe engagierter Menschen zusammenbringt und seine Kräfte bündelt, kann man gemeinsam etwas wirklich Magisches schaffen.“
Bei der Aufnahme deiner Fotos ist es außerdem wichtig, dass du innerhalb der folgenden Kategorien mehrere verschiedene Ansichten und Blickwinkel deiner Produkte anbietest:
- Detail-/Produktfotos, die auf einem sauberen Hintergrund aufgenommen wurden, minimieren die Ablenkung und heben die Details und verschiedenen Blickwinkel des Stücks hervor. Diese Fotos können auf Kategorieseiten ein übersichtliches und einheitliches Erscheinungsbild erzeugen.
- Lifestyle-Fotos mit einem Model zeigen den Maßstab am Körper und schlagen der Kundschaft Styling-Ideen vor. Dies eignet sich auch hervorragend für das Cross-Selling (du kannst Kund:innen anregen, mehrere Teile zu einem Look zu kombinieren).
Suchst du nach weiteren Möglichkeiten, um die Kosten zu senken? Arbeite mit Bekleidungsmarken zusammen, um die Fotokosten zu senken.
Schmuck-Business aufbauen: Erstelle deinen eigenen Onlineshop
Nun, da du deine Produktion, deine Marke und deine Fotografie unter Dach und Fach hast, benötigst du noch einen Onlineshop, um deinen Schmuck online zu verkaufen. Mit Shopify kannst du innerhalb weniger Stunden einen funktionierenden Onlineshop einrichten und somit dein ganz eigenes Online-Business aufbauen. Schmuckmarken wie Purelei haben bei der Erstellung ihrer Onlineshops auf Shopify gesetzt und somit eine erfolgreiche Marke aufgebaut.
Auch du kannst mit deinem Schmuck einen ähnlichen Weg einschlagen. Im ersten Schritt kannst du dich bei Shopify ganz einfach für eine kostenlose Testversion anmelden, damit du dich mit den Funktionen vertraut machen kannst.
In diesem Video (auf Englisch) zeigen wir dir noch einmal Schritt-für-Schritt wie du dein Schmuck-Business aufbauen kannst:
Die meisten Shopify-Themes ermöglichen dir eine einfache Anpassung, selbst wenn du kein:e Designer:in oder Entwickler:in bist. Du hast etwas mehr Budget? Shopify-Design-Expert:innen können dir helfen, jedes Theme noch weiter zu optimieren und anzupassen.
Deine Website-Texte sollten zudem deine Markenstimme widerspiegeln und Emotionen bei der Kundschaft wecken, aber auch hilfreich sein. Produktbeschreibungen sollten deine Markengeschichte widerspiegeln und Details wie Größenangaben, Materialien und ggf. Materialquellen enthalten. Deine Über-uns-Seite ist ein spezieller Ort, an dem du deine Markengeschichte erzählen und über deinen Prozess sprechen kannst.
Apps für Schmuckunternehmen
Es gibt verschiedene Apps im Shopify App Store, die du deiner E-Commerce-Website hinzufügen kannst, um das Kundenerlebnis zu verbessern, Retouren zu reduzieren und die Conversions zu steigern. Hier sind ein paar Beispiele, die für Schmuck-Shops empfohlen werden:
- Loox - Photo Reviews. Sammle Fotobewertungen von Kund:innen und binde sie in deine Website ein.
- Instagram shop by SNPT. Erstelle eine einkaufsfähige Galerie aus deinem Instagram-Feed.
- Kiwi Size Chart & Recommender. Erstelle benutzerdefinierte Größentabellen, um deiner Kundschaft die Auswahl leichter zu machen.
Marketing für dein Online-Schmuck-Business
Mode und Schmuck sind stark gesättigte Branchen. Wie werden Kund:innen deine Stimme bei all der Konkurrenz hören? Die Priorisierung in Sachen Marketing hängt von deinem Produkt, deiner Zielgruppe und deinem Budget ab und kann etwas Experimentieraufwand erfordern.
Als Corinne 2011 einen verschärften Wettbewerb bemerkte, investierte sie in ein Rebranding von Biko und beauftragte eine PR-Agentur, um die Neuigkeiten bekannt zu machen. „PR-Arbeit ist ziemlich teuer, aber wirklich, wirklich wertvoll“, sagt sie. „Das Ganze führte zur besten Presse, die ich bis jetzt hatte. Nachdem eines meiner Armbänder vorgestellt wurde, konnte ich damit über 5.000 Dollar Umsatz machen.“
Social-Media-Marketing
Auch Alisa, Gründerin von PURELEI, hatte Erfolg mit Instagram-Influencern, die im Austausch gegen Produkte und Budgets gesponserte Posts veröffentlichten. Bei diesem Marketingansatz hat sie ein klares Learning feststellen können: "Alles braucht Zeit! Das Schwierigste ist, den perfekten Fit zu finden. Man muss einige Tests fahren, um die Influencer zu finden, die die Marke und Core Values am besten widerspiegeln. Denn auch die Followerschaft merkt irgendwann, wenn die Bloggerin nicht zum Unternehmen passt. Wir arbeiten viel mit Rabattcodes, weil wir gemerkt haben, dass es der zuverlässigste Weg ist, um alles tracken zu können. Außerdem verlangen die Follower das mittlerweile mehr oder weniger."
Pop-up-Shops, Großhandel und Künstlermärkte
Corinnes Karriere begann, als sie eingeladen wurde, einen Stand auf einer lokalen Modemesse gemeinsam zu nutzen. Schmuck war damals einfach ein Hobby. Sie war am ersten Tag der zweitägigen Messe ausverkauft, was ihre Idee validierte und dazu beitrug, ihre Leidenschaft in ein echtes Business zu verwandeln.
Märkte bieten die Möglichkeit, Kund:innen persönlich zu treffen und direktes Feedback zu bekommen.
Corinne Anestopoulos, Biko
Künstlermärkte sind nicht nur eine tolle Möglichkeit für aufstrebende Marken, ein affines Publikum zu erreichen und eine Idee zu validieren, sie sind auch für etablierte Online-Unternehmen wichtig.
Eine Alternative zur Teilnahme an Märkten ist die Durchführung von Veranstaltungen in deinem eigenen Studio. „Musterverkäufe sind eine gute Möglichkeit, um ältere Ware zu verkaufen und Leute in seine Räumlichkeiten einzuladen“, sagt Corinne. Falls dein eigener Raum nicht für einen Besuch geeignet ist, könntest du einen Pop-up-Verkauf im Geschäft eines anderen Händlers oder einer Händlerin organisieren.
Auch Corinne baute ihr Business zunächst durch Kommissions- und Großhandelsvereinbarungen aus, die sie durch persönliches Ansprechen lokaler Einzelhändler:innen gewann. Die Kaltakquise hat ein hohes Ablehnungsrisiko. Allerdings braucht man nur ein einziges „Ja“, um durchstarten zu können.
Der Großhandel macht immer noch den größten Teil des Geschäfts von Biko aus. Dabei hat Corinne mit großen US-amerikanischen Einzelhändler:innen wie Nordstrom, Simons und Hudson's Bay zusammengearbeitet. Für neue Unternehmen ist es ratsam, klein anzufangen, indem man seine Designs kleinen, lokalen Boutiquen anbietet.
Fazit
Den Sprung zu wagen, kann anfangs beängstigend sein, besonders in einem so gesättigten Markt. Es ist aber auch eine Branche, in die man schrittweise einsteigen kann. So begannen viele erfolgreiche Schmuckdesigner:innen ihre Marke als Nebenjob oder starteten ihr Business vom Küchentisch aus.
Der beste Weg, sich abzuheben, ist, authentisch zu sein, seinem Design-Instinkt zu vertrauen und seinen Kund:innen zuzuhören.
Gillian Johnson, Hawkly
Die Produktion in kleinem Maßstab bedeutet, dass du die Fertigung von zu Hause aus betreiben kannst. Plane dein Vorhaben gut. Ein Businessplan kann dir dabei helfen, deine Ideen und Überlegungen festzuhalten, und gibt dir eine Struktur. Außerdem ist eines sicher: Es gibt immer noch Platz für aufstrebende Designer:innen, um sich einen Namen zu machen.
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